Affichen

Der seltsame Name stammt aus Frankreich. Dort bedeutet "affiche" so viel wie "Anschlagzettel",  "Plakat" oder "Aushang". Das macht auch schnell seine Qualitäten deutlich: Das auch als "Blueback" oder "Blaurückenpapier" bekannte Papier ist witterungsbeständig und so für Plakate geeignet. Mit einer Grammatur von 115 g/m2, einseitig matt gestrichen und holzfrei weiß, wird das feste, raue Papier mit seiner blauen Rückseite meist direkt auf Plakatwände oder Litfaßsäulen geleimt. Warum die blaue Rückseite? Damit die Motive darunter nicht durchscheinen.

Barbara

Unsere Barbara ist im wahrsten Sinne des Wortes eine ganz Vielseitige! Als echte Buchstabenakrobatin wird sie einfach nicht müde, auf jeder Seite etwas anderes zu erzählen. Und das mit so viel dramaturgischer Exzellenz, dass man an ihren Seiten förmlich kleben bleibt. Ein Schelm der behauptet, das läge nur an ihrer Klebebindung. Und dann legt sie hin und wieder auch noch - ganz kokett - ein buntes Lesebändchen zwischen ihre stabilen Buchdeckel. Die arbeitet echt mit allen Charme-Tricks, diese Barbara!

Verdana

Serifen sucht man an ihr vergeblich. Bitte was? Serifen“ So nennen sich die kleinen „Füßchen“ in Form feiner Linien, die einen Buchstabenstrich am Ende quer abschließen. Die VERDANA ist Matthew Carter im Jahr 1996 als serifenlose Schrift für Microsoft bestens gelungen. Denn ihre große Qualität offenbart diese Schrift vor allem durch ihre optimale Bildschirmdarstellung auch in kleinen Schriftgrößen – etwas was Millionen Internet-Nutzer bis heute zu schätzen wissen. Großzügige Buchstabenabstände und ausgeprägten Unterschiede zwischen ähnlichen Buchstaben-Formen machen die VERDANA sehr gut lesbar. Kein Wunder, dass sich die Leserliche bis heute vor allem bei Webdesigner*innen als Schrift für längere Fließtexte größter Beliebtheit erfreut.

Spinnenpapier

In den Fotoalben unserer Eltern und Großeltern findet es sich noch, das dünne Transparentpapier aus Pergamin mit seinem geprägten Spinnennetzmuster. Es ist nicht nur eine optische Besonderheit, denn es raschelt auch beim Umblättern. Spinnenpapier ist holzfrei und meist weiß satiniert. Bis Anfang der 1960er Jahre war es unerlässlich, denn Fotopapier hatte damals eine klebrige, bei Feuchtigkeit aufquellende Galantine-Beschichtung, die dazu führte, dass Fotos in den Alben zusammenkleben. Das ganzflächige, dünne Zwischenlagenpapier verhinderte das. Heute erledigt das eine dünne Kunststoffbeschichtung auf den Fotos. Spinnenpapier ist deshalb ein nostalgisches Relikt der Vergangenheit. Schade eigentlich!

Comic Sans

Sie gehört auf jeden Fall zu den Schmunzel-Schriften. Ihr Name verrät es schon: Die COMIC SANS erinnert an die Handschrift in den Sprechblasen von Comics. Vincent Connare hat sie im Jahr 1994 für Microsoft speziell zur Benutzerführung der Software Microsoft Bob entwickelt. Für den unerfahreneren PC-Nutzer! Leider passte die Schrift nicht in die vorgesehenen Sprechblasen. So blieb sie liegen, bis sie 1995 endlich im 3D Movie Maker ihren Dienst antreten durfte. Heute kennt die Comic Sans jeder, sicher auch, weil sie für andere Systeme kostenfrei zu haben ist. Zweifellos polarisiert diese Schrift! Bei Profis ist sie nicht sonderlich beliebt. Bei Laien umso mehr: In Kanada gab es  sogar eine 25-Cent-Gedenkmünze mit der COMIC SANS, um den "spielerischen Humor der Kanadier" zu spiegeln. Durchaus gelungen!

Naturpapier

Umweltbewusstsein macht auch vor dem Druck nicht halt. Gut so. Beim Naturpapier bleibt die Oberfläche unbeschichtet und unveredelt. Es besteht nur aus verklebtem Pflanzenfasern und gilt deshalb als "ungestrichen". Entsprechend saugstark ist es zur Druckfarbe - und damit ungeeignet für feinste Rasterpunkte und brillante Fotomotive. Aber kostengünstiger, vor allem dort, wo Bilder nur Textauflockerungen sind: in Zeitungen, Magazinen oder Taschenbüchern. Mit seiner einzigartigen HAptik steckt im Naturpapier aber auch viel sinnliches Potential. Das reizt uns, gerade weil es so herausfordernd ist auch farbig exzellent zu bedrucken.

Hanfpapier - Das Uralte

Aus Hanf gewonnener Zellstoff ist die Basis – und zwar schon ewig. Das älteste Papier aus Hanffasern gab es schon 140-87 v.Chr. in China. Im 14. Jahrhundert war es dann auch bei uns üblich. Sogar die Gutenberg Bibel bestand aus besonders dünnem Hanfpapier. Heute wird es zu 95% für Zigarettenpapier genutzt. Es ist sehr reiß- und nassfest und kann deshalb auch viel leichter und öfter recycelt werden. Zumal man aus Hanf ca. 5 x so viel Papier herstellen kann, wie aus Holz auf der gleichen Nutzfläche. Und es wächst viel schneller, kann also 3 x jährlich geerntet werden. Allerdings benötigt Hanf eine deutlich höhere Anbaufläche als Bäume.

 

 

 

Karl - Der Kastenaufleger

Karl ist noch ziemlich neu in der Thieme Produktfamilie. Dafür ist er aber schon ganz schön eingebildet! Er hält sich für ein megainnovatives Werbemittel, nur weil vor ihm noch niemand auf die Idee kam, Getränkekisten mit einem perfekt passenden Aufleger aus stabiler Pappe zu verstehen. Na ja, vielleicht sind seine Papiergeschwistern ja auch nur neidisch. Denn immerhin hat er den Mut, sich ohne Murren vorne und hinten mit Werbung aller Art bedruckt zu lassen. Das macht er aber auch nur, weil er dann in die aufregende Welt der Getränke- und Supermärkte hinaus darf!